Sudan 2007


Sudan

 Teil 2: Durch die Wüste zum Heiligen Berg

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19. April 2007  (Do)

Frisch versorgt mit Reiseproviant und Obst vom Markt in Atbara Marktstände in Atbarabegeben wir uns auf die Suche nach einer Mitfahrgelegenheit Richtung Karima. Wie wir gestern bereits erfahren haben, befindet sich südlich des Zentrums ein Platz, von dem aus Sammeltaxis (sogenannte "Boksi") und Minibusse ("Hafla") die Ortschaften am Unterlauf des Nils bedienen. Fahrpläne gibt es erwartungsgemäß keine. Die Fahrzeuge fahren sobald alle Sitzplätze belegt sind. Wir haben Glück: Einer der wartenden Minibusse ist fast voll. Bereitwillig lassen wir uns von einem Ausrufer zu dem Fahrzeug geleiten. Unsere Kraxen werden vom Fahrer und einem Helfer auf dem Dach verschnürt. Wir belegen die letzten beiden freien Plätze im Bus, entrichten den Fahrpreis von 3500 Dinar (rund 14 €) Die Nilfähre bei Atbaradirekt an den Fahrer und los geht’s - zuerst einmal zur Anlegestelle der Nilfähre von Atbara.
Die Überfahrt über den breiten Strom ist das erste Abenteuer des Tages. Eine relativ große Pontonfähre pendelt zwischen östlichem und westlichem Flussufer. An der Böschung, die hinab zur sehr provisorisch wirkenden Anlegestelle führt, staut sich der Verkehr: zwei weitere Minibusse, ein überaus marode wirkender LKW, mehrere voll beladene Eselskarren, ein gutes Dutzend Fußgänger und ein Hirte mit einer kleinen Herde Ziegen warten geduldig auf die Ankunft der Fähre. Auf der "Brücke": der Käpt'n der NilfähreWir verbringen die Wartezeit auf der Uferböschung, die einen wunderbaren Blick über das geschäftige Treiben rund um die Anlegestelle gewährt. Die Fähre legt an. Das Ent- und Beladen des Schiffs verläuft chaotisch. Trotzdem dauert es nur wenige Minuten, bis die Fähre wieder abfahrtbereit ist. Als letzte Passagiere springen wir mit an Bord und mischen uns unter das bunte Durcheinander aus Menschen, Eseln, Ziegen, Minibussen, Fahrrädern und sonstiger Fracht. Die Überfahrt dauert fast 20 Minuten. Danach geht es weiter im Minibus - zuerst ein kurzes Stück durch die Schatten spendenden Palmenhaine in unmittelbarer Nähe des Nils und schließlich hinein in die vor Hitze flimmernde Sandwüste.
Die viele Stunden währende Fahrt durch die Bayuda-Wüste wird zu einer unglaublichen Pein. Der Minibus schlingert auf der waschbrettartigen Sandpiste durch eine Einöde, die trostloser kaum sein kann. Im Minibus durch die Nubische WüsteDer schmale Streifen Grün, den der Nil durch diesen Vorhof der Hölle zieht, verschwindet bald hinter dem Horizont. Viel zu schnell scheint die Welt nur noch aus Sonnenglut und orangerotem Sand zu bestehen. Beim Blick aus den schmutzigen Fenstern des Busses drängen sich einem unweigerlich beunruhigende Gedanke auf: Was wenn plötzlich der Motor streikt ? Was wenn ein Reifen platzt oder die Räder im lockeren Sand stecken bleiben ? Einige wenige kahle Hügel, die aus der ansonsten brettflachen Ebene aufragen, bieten dem Auge nicht wirklich Abwechslung. Hin und wieder bedeckt blaugrauer Schotter weitflächig die Sandfläche, doch der Fahrer meidet diese Steinfelder Eine einsame Hütte inmitten der Einöde - die "Raststation"und schindet den Bus lieber weiter durch den losen Sand. Minuten dehnen sich zu Stunden. Nichts - rein gar nichts - eignet sich als Maßstab, um Entfernungen bestimmen zu können; um einzuschätzen, wie lang die Fahrt noch dauern wird. Die größte Abwechslung sind ganz vereinzelt wachsende kahle Büsche, die - wie auch immer - in diesem lebensfeindlichen und knochentrockenen Landstrich ihr Dasein fristen. Die gleißende Sonne heizt den Fahrgastraum in kürzester Zeit saunaartig auf. Feinster Staub, der schnell den Weg durch die kleinsten Ritzen findet, macht das Atmen bald zur Qual. Einige der Fahrgäste versuchen durch öffnen der Fenster frische Luft ins Fahrzeuginnere zu leiten und erreichen damit bloß das Gegenteil. Am Ziel: der Dschebel Barkal bei KarimaInnerhalb von Sekunden ist die Luft in der Kabine derart staubgeschwängert, dass wir uns kaum noch gegenseitig sehen können. Unglaublich dass der Fahrer unter diesen Umständen überhaupt noch erkennt, wo er hinfährt ...
Nach uns unendlich lang erscheinenden fünf Stunden steuert der Fahrer eine winzige, einsam in der Weite stehende Lehmhütte an. Pause ! Gegen wenige Dinar bekommen wir stark gesüßten Tee und Fladenbrot mit Ful - ein gut gewürztes Gericht aus eingedickten Favabohnen mit Olivenöl und Schafskäse - serviert. Anschließend werden die Saugschläuche zweier Wasserpfeifen herumgereicht. Fahrer und Händler beginnen ein reges Palaver, dass sich augenscheinlich um uns - die "Khawadscha" - Pyramiden bei Karimadie Fremden - dreht. Wir werden abermals zum Tee eingeladen und nach unserer Herkunft und den aktuellen Verhältnissen in Deutschland befragt.
Eine halbe Stunde später drängt der Fahrer zum Aufbruch. Stotternd springt der Motor des Minibusses an und weiter geht die Höllenfahrt gen Westen. Meine Frage, wie weit es denn noch sei, wird lachend mit "Half way" - halbe Strecke - beantwortet. Unsere mit den anderen Passagieren mühsam in gebrochenem Englisch geführte Unterhaltung erstickt schnell wieder in Staub und Hitze. Apathisch lassen wir die folgenden Stunden an uns vorbeiziehen - Vollkommen durchgerüttelt & eingestaubt - Ankunft in Karimanur noch darauf hoffend, bald das Ziel zu erreichen.
Einen gewaltigen, gute 250 Kilometer durchmessenden Bogen schlägt der Nil um die Bayuda Wüste im nördlichen Teil des Sudans, ehe er Richtung Ägypten abschwenkt. 250 Kilometer - das sind (wenn man nicht gerade mal wieder im Stau steht) zwei Stunden auf einer deutschen Autobahn, die einem mitunter schon recht lang vorkommen können. Holpert man mit kaum mehr als 30 km/h über eine öde Wüstenpiste, kommen einem 250 Kilometer wie eine Reise zum Ende des Universums vor. In der Enge des Busses beginnen langsam die Gelenke zu schmerzen; Staub verklebt Augen und Nase, Sand knirscht zwischen den Zähnen und vermischt sich mit dem in Strömen fließenden Schweiß zu einer salzigen Kruste auf der Haut. Lethargisch warten wir auf das Ende der Fahrt - Stunde um Stunde. Dann endlich: "An-nīl, an-nīl, al-amdu li-llāh !" - es dauert eine Weile bis wir begreifen, was der Ruf des Fahrers zu bedeuten hat. Unterwegs in KarimaVor uns, durch all den Staub nur schwer zu erkennen, stehen Palmen ! Und dort glitzert auch Wasser im Sonnenlicht. Ganz langsam beginnt das Hirn wieder seine Arbeit aufzunehmen: Wir haben den jenseitigen Nilbogen erreicht ! Der schlimmste Teil der Fahrt liegt hinter uns - allāhu akbar !
Wie schon bei Atbara setzen wir auch diesmal auf einer betagten Pontonfähre über den träge dahinziehenden Strom. Am gegenüberliegenden Ufer existiert - welch unerwarteter Luxus - eine schmale Teerstraße, die exakt der Grenze zwischen Niloase und Wüste Richtung Nordosten folgt. Nach wenigen Kilometern kommt ein auffälliges, weil einsam in der flachen Landschaft stehendes Felsplateau in Sicht: der "Dschebel Barkal" - der "Heilige Berg" - In den Straßen von Karimaeinstmals von Ägyptern und Nubiern als Sitz der Gottheit Amun verehrt, war er ein Machtzentrum der Schwarzen Pharaonen von Kusch. Für uns markiert er das nächste Etappenziel unserer Reise durch den Sudan. Vorbei an einer Gruppe kleinerer, sehr gut erhaltener Pyramiden führt die Straße hinein in die Wüstenstadt Karima - dem vorläufigen Endpunkt dieser strapaziösen Fahrt.
Unser Gepäck sieht aus wie durch die Mangel gedreht: verbeult, verbogen, vollkommen eingestaubt - genau wie wir. Doch zum Lamentieren bleibt keine Zeit. Erst einmal gilt es die wichtigsten Obliegenheiten für einen mehrtägigen Aufenthalt zu erledigen; zu allererst eine halbwegs passable Unterkunft zu finden. Noch unbedarft was die Orientierung in der Stadt betrifft, Das "Al Nassr Hotel" in Karimalassen wir uns von einem Rikschafahrer die wenigen Unterkünfte Karimas zeigen. Erfreulich schnell können wir ein akzeptables Quartier ausmachen: das "Al Nassr Hotel" an der Sharia El Shamalia. Das Hotel ist kaum mehr als ein ummauerter Innenhof mit einer Handvoll einfacher Zimmer in kleinen Flachbauten - aber es ist leidlich sauber. Duschen und Toiletten befinden sich in gemauerten Verschlägen, und die meisten Betten stehen im Freien unter einem improvisierten Sonnendach (was bei den vorherrschenden Temperaturen gar keine so üble Sache ist). Wir ziehen es dennoch vor, in eines der etwas teureren verschließbaren Zimmer einzuziehen - allein schon wegen des Reisegepäcks. Teestube in der Sharia El ShamaliaNach kurzem Handeln einigen wir uns mit dem Eigner der Herberge auf 2000 Dinar pro Nacht (ca. 8 €) und beziehen unsere Bleibe für die kommenden vier Nächte.
Während Thomas die nähere Umgebung erkundet, begebe ich mich, bewaffnet mit unseren Reisepässen, auf die Suche nach dem örtlichen Sitz der Staatsmacht, um unsere Anwesenheit amtlich registrieren zu lassen. Die Polizeistation befindet sich in einer unscheinbaren Baracke in einer namenlosen Straße unweit des lokalen Fußballplatzes. Nur eine träge vom Mast hängende sudanesische Fahne lässt mich das schäbige Gebäude überhaupt erst als Behörde erkennen. Zu Gast bei einer Teeverkäuferin in KarimaIn einem schmucklosen Amtsraum döst ein einzelner Polizist vor sich hin. Aufgeschreckt durch mein unerwartetes Erscheinen erledigt der Ordnungshüter die vollkommen überflüssigen Formalitäten mit großem Eifer: Sorgfältig kontrolliert er unsere Pässe, notiert unsere Namen und die Daten der Aufenthaltsgenehmigung in einem vergilbten Buch ohne dafür irgendeine ominöse Gebühr zu verlangen und wünscht im Anschluss sogar noch einen angenehmen Aufenthalt in Karima ! Ich bin regelrecht erschüttert - sollte es in diesem Land tatsächlich auch beflissene, freundliche Beamte geben !?
Karima ist größer als der erste Eindruck vermuten lässt. Schnurgerade verlaufen die sandigen, meist unbefestigten Straßen, vorbei an flachen Lehmbauten, die im Zentrum dichtere, zum Ortsrand weitläufigere Karrees bilden. Abendessen in einer GarkücheBeim abendlichen Rundgang durch die Stadt lenken wir unsere Schritte unwillkürlich gen Süden, wo hinter der Stadt der weithin sichtbare Dschebel Barkal aufragt. Obwohl das Felsplateau greifbar nahe scheint, dauert es lang bis wir die letzten Häuser hinter uns gebracht haben. Aus der Nähe betrachtet wirkt der Berg riesig. Nach Norden, Osten und Süden fallen die Wände steil, fast senkrecht ab. Nur von Südwesten her scheint er leichter besteigbar zu sein - doch dies zu testen reicht die Zeit heute leider nicht mehr aus. Der Sonnenuntergang steht unmittelbar bevor, und wir können froh sein, die kleine Pyramidengruppe, die wir bei unserer Ankunft nahe der Hauptstraße gesehen haben, noch bei Tageslicht zu erreichen.
Lange nach Einbruch der Dunkelheit sind wir zurück in der Sharia El Shamalia. Mit der tagsüber eher öde wirkenden Straße hat sich in den Abendstunden eine beeindruckende Wandlung vollzogen: Gemüsehändler in KarimaAllerorts haben Garküchen geöffnet, brutzelt frisches Ziegenfleisch über offenen Feuerstellen, köchelt Ful in großen Krügen. Männer in weißen Dschellabiyas sitzen vor den Lokalen, trinken Tee und rauchen Wasserpfeife. Frauen, in bunte Tücher gehüllte, bereiten für wenige Dinar gewürzten Tee oder Kaffee zu und Fliegende Händler bieten Erfrischungen feil. Wir ordern eine gehörige Portion Ful mit Ziegenkäse und träumen von einem gut gekühlten Bier als Zugabe. Doch Alkohol ist in Karima wie im gesamten nördlichen Sudan ein absolutes Tabu - und so halten wir uns notgedrungen mit süßem Tee und Mangosaft bei Laune ...

Im Zentrum von Merowe20. April 2007  (Fr)

Viel haben wir uns für heute vorgenommen - und entsprechend früh brechen wir auf, versorgen uns mit Proviant vom Markt und nehmen einen der unregelmäßig verkehrenden Minibusse zur Nilfähre Richtung Merowe. Die Überfahrt auf der uns schon bekannten Pontonfähre ist für Passagiere kostenlos. Nur für die zu transportierenden Fahrzeuge wird eine geringe Gebühr erhoben. Wie üblich ist die Fahrt über den großen Strom ein Erlebnis, welches diesmal sogar noch gesteigert wird, da wir hoch auf die "Brücke" zum Steuermann der Fähre gebeten werden. In Merowe angekommen, versuchen wir per Anhalter weiter nach Nuri - einem großen, südlich des Nils gelegenen Pyramidenfeld - zu gelangen. Doch es kommt anders als geplant. Noch während wir uns nach einer Mitfahrgelegenheit umschauen bricht Thomas plötzlich zusammen. Kreislaufkollaps ! Amphoren mit frischen NilwasserKein Wunder - das Thermometer steht schon wieder auf unheimlichen 43°C ! Fieberhaft versuche ich meine aufkommende Panik niederzuringen und Thomas in den Schatten einer nahegelegenen Mauer zu bugsieren. Zu meiner großen Erleichterung kommt er schnell wieder zu sich, wirkt aber noch stark benommen und taumelig. Und weit und breit ist kein Mensch zu sehen, der helfen könnte ... dafür aber einer der hier üblichen Wasserspeicher: Nur einen Steinwurf entfernt steht eine kleine offene Lehmhütte mit großen tönernen Amphoren, die regelmäßig mit frischem Nilwasser befüllt werden. Das Wasser sieht ein wenig trübe aus, ist aber dank der Eigenverdunstung angenehm kühl und - wie wir im Selbstversuch in Atbara bereits herausbekommen haben - durchaus bekömmlich. Nach einigen Schlucken geht es Thomas wieder besser. An die Fortsetzung unseres Tagesprogramms ist trotzdem nicht zu denken.Eselskarren im nördlichen Sudan
Der Weg zurück zur Fähre ist weniger strapaziös als ich befürchtet hatte. Schon nach kurzer Zeit überholt uns ein mit einer Blechtonne beladener Eselskarren. Ein kleiner Junge, der just mit der Aufgabe betraut ist, das örtliche Wasserreservoir zu befüllen, nimmt uns bis zur Anlegestelle mit. Die Wartezeit bis zur nächsten Fähre verbringen wir im Schatten einiger Palmen. Eine ältere Frau hat hier ihre kleine mobile Teestube aufgebaut. Und da der Tee gut und preiswert ist und es unglaublich fasziniert, die Alte zu beobachten, die mit gerade mal drei Stücken Holzkohle ihre Wasserkessel permanent am Köcheln hält, lassen wir die Fähre Fähre sein und bleiben noch etwas länger sitzen ...
Viel eher als geplant sind wir schließlich zurück in Karima. Südliche Pyramidengruppe am Dschebel BarkalIch bringe Thomas in die Unterkunft, wo er sich den Rest des Tages erholen kann, und nehme - zum ortsüblichen Tarif von 300 Dinar (rund 1,20 €) - eine Rikscha zum Dschebel Barkal, den ich diesmal zu erklimmen gedenke. Eine gewaltige, an die Südwand des Berges gewehte Sanddüne gaukelt jedem Besucher vor, dass dies ein Kinderspiel sei; doch der Anstieg ist steil, der Sand locker, und für jeden Schritt nach oben rutscht man mindestens einen halben wieder zurück nach unten. Zu meiner Überraschung bin ich nicht der einzige Kletterer am Berg. Ganz im Gegenteil: Halb Karima scheint sich auf den Weg zum Gipfel begeben zu haben ! Den Grund dafür erfahre ich schnell von einem der vielen Einheimischen: Sonnenuntergang am Dschebel BarkalWir haben Freitag - den moslemischen Feiertag - den viele Ortsansässigen für einen Besuch am Heiligen Berg nutzen. Inmitten einer Gruppe Sudanesen erreiche ich schweißgebadet das erstaunlich große, die Wüste weit überragende Felsplateau. Ein herrliches Panorama mit der Wüstenstadt Karima im Norden, der langgezogene Niloase im Südosten und den schier endlosen Dünen der Nubischen Wüste im Westen sowie ein alles umfassender Blick auf die tief unten am Fuß des Berges gelegenen Pyramiden und Ruinen des antiken Amun-Tempelkomplexes sind wunderbarer Lohn und Ausgleich für die Mühen des Aufstiegs.
Gemeinsam mit gut 50 Einheimischen verbringe ich den Rest des Nachmittags auf dem Dschebel, genieße den Ausblick und harre bis zum Sonnenuntergang aus. Zwei antike Säulen am Fuß des Dschebel BarkalIm dämmrigen Rot des letzten Tageslichts steigen wir im lockeren Pulk hinab in die flache Wüste und laufen zurück Richtung Karima, wo Thomas bereits mit Tee und einer stattlichen Portion Ful in einer der vielen kleinen Garküchen der Sharia El Shamalia auf mich wartet.

21. April 2007  (Sa)

Was tun ? Einen zweiten Anlauf zu den Pyramiden von Nuri oder doch lieber zur Nekropole von el-Kurru ? - so lautet die erste Frage des Tages. Beim Hotelier erkundigen wir uns nach Fahrgelegenheiten zu beiden Zielen und den gängigen Tarifen für die ins nähere Umland fahrenden Sammeltaxis und erfahren dabei so ganz nebenbei, dass der Fahrer eines "Hafla" - eines Minibusses - um die 3500-4000 Dinar (also etwas über 15 €) pro Tag verdient. Aus diesem Wissen ist schnell eine Idee geboren - Die sandige Piste zwischen Karima und el-Kurruein Gedanke der uns die übliche Warterei und mehrfaches Umsteigen ersparen könnte ...
Die Sammelstelle der Hafla liegt unweit des Markts im Zentrum von Karima und somit kaum zehn Fußminuten von unserer Herberge entfernt. Schnell finden wir einen Fahrer, der passables Englisch spricht und unseren Vorschlag, einen kompletten Tag nur für uns zu fahren, interessant findet. Natürlich geht hierzulande nichts ohne theatralisches Gefeilsche, doch schließlich einigen wir uns auf 3800 Dinar - Benzingeld inklusive. Alle sind zufrieden; wir haben ein bequemes Verkehrsmittel mit ortskundigem Chauffeur und der Fahrer einen leicht verdienten Tageslohn ! Marabouts - islamische HeiligengräberGut gelaunt besteigen wir den dunkelblauen Minibus und verlassen die Wüstenstadt Richtung Südwesten, passieren den Dschebel Barkal und die Pyramiden von Napata und folgen dem Verlauf des Nils stromabwärts. Linkerhand zieht die Niloase an uns vorbei, rechts bröckeln halbverfallene Lehmhäuser im rauen Wüstenklima vor sich hin. Eselskarren holpern über die Straße und Kinder treiben Kamele und Ziegen hinab zum Flussufer. Hinter dem Abzweig zur Nilfähre endet der schmale Streifen Teer; wird abgelöst von einer holprigen Sandpiste. Die letzten Lehmhäuser - jämmerlich aussehende Ruinen - bleiben hinter uns zurück. Sand, Stein, dürres Gestrüpp und hin und wieder das träge dahin ziehende Wasser des Nils bestimmen das Blickfeld für die nächste halbe Stunde.
Ankunft an der Nekropole von el-KurruMarabouts - kegelförmige Grabbauten heiliger Männer - künden davon, dass wir uns einer Siedlung nähern: El-Kurru liegt vor uns ! Das Minarett einer stattlichen Moschee taucht hinter Palmen auf, Häuser aus Lehmziegeln formieren sich zu einer winzigen Ortschaft. In den schmalen Gassen und Höfen trocknen frisch geformte Lehmziegel in der Sonne; künden davon, dass die aus Nilschlamm geformten Häuser permanent ausgebessert werden müssen. Umar - unser Fahrer - kennt sich im Ort bestens aus. Stolz erzählt er uns, dass der Schlüsselmeister der antiken Anlagen von el-Kurru ein Cousin von ihm sei.
Die Nekropole von el-Kurru befindet sich unmittelbar hinter dem Dorf. Die letzte Pyramide von el-KurruVor einer verrosteten Blechtafel, der man nur noch mit viel Fantasie die Botschaft entnehmen kann, dass das dahinterliegende Areal unter Verwaltung des sudanesischen Tourismus-Ministeriums steht, erwartet uns der von Umar telefonisch herbeigerufene Verwalter. Wir entrichten die staatlich festgesetzte Eintrittsgebühr von 10 US$ - und los geht die Führung. Erwartungsgemäß sind wir die einzigen Besucher weit und breit. Der erste Eindruck des Geländes ist ernüchternd: Das Zentrum bildet eine große, stark verwitterte Pyramide - mehr einem formlosen Haufen aus Sand und Gestein ähnelnd, denn einem antiken Bauwerk - und darum herum ... nichts ! Nun ja, scheinbar nichts. Beim Näherkommen entdecken wir dann doch etwas: Gräben ! Der Eingang zum Grab von König TanotamunSchächte, die mehr oder weniger steil in das unter dem Wüstensand verborgene Felsgestein führen; Eingänge zu Jahrtausende alten Grabanlagen, die einst wohl ebenfalls unter Pyramidenbauten verborgen waren. Einige der unterirdischen Gräber stehen offen, andere sind durch Ummauerungen und Türen gesichert. Zielstrebig führt uns der Schlüsselmeister zu einem der ummauerten Grabeingänge und zelebriert das Öffnen des Tores durch ausgiebiges Suchen des passenden Schlüssels aus einem beachtlichen Sammelsurium verschiedenartiger Schlüssel. Schließlich öffnet sich die Tür (ohne das von uns erwartete lautstarke Knarren ;o)) Der Einstieg zum Grab der Königin Qalhataund gibt den Blick auf eine in die Tiefe führende Treppe frei. Ein schmaler Streifen Licht entreißt der Dunkelheit einen Teil des Ganges: Ein kunstvoll aus Lehmziegeln gemauertes Gewölbe überdeckt eine in Sandstein gehauene Treppe. Das Grab von Tanotamun, dem letzten Pharao der 25. Dynastie, liegt vor uns. Im Dämmerlicht unserer Taschenlampen steigen wir hinab bis zu einer weiteren gut verschlossenen Gittertür, dahinter beginnt die eigentliche Krypta. Sowohl der etwas kleinere Vorraum als auch die Grabkammer an sich sind leer - von Grabräubern geplündert erfahren wir. Dafür sind Wände und Decke mit prachtvollen Malereien verziert. In rotbrauner und gelber Farbe gehaltene Darstellungen altägyptischer Götter, formvollendet gezeichnete Hieroglyphen und Bilder des Pharaos schmücken die Wände, ein Firmament aus gelben fünfzackigen Sternen das tonnenförmig gewölbte Dach der Gruft. Ein blauer Sternenhimmel über der Grabkammer von Königin QalhataBeeindruckend ! Ein echtes Schmuckkästchen, das da unter dem Sand der Nubischen Wüste verborgen liegt. Ein zweites Grab, welches wir im Anschluss besuchen dürfen, gehört Königin Qalhata, der Mutter von Tanotamun. Zugang und Grundriss der ebenfalls leeren Grabkammern ähneln denen des Pharaonengrabs. Auch hier dekorieren Bilder aus der ägyptischen Götterwelt, Hieroglyphen und Illustrationen der Königin die Wände. Die Attraktion jedoch ist die blau getünchte, mit großen goldgelben Sternen verzierte Gewölbedecke.
Die Sonne steht noch fast im Zenit, als wir die Nekropole, die - wie wir nun wissen - weit mehr zu bieten hat, als der erste Eindruck vermuten lässt, verlassen. Umar, unser Fahrer, gibt uns zu verstehen, dass wir nun Gäste seines Cousins, des bis Dato ehe wortkargen Schlüsselmeisters von el-Kurru, sind. Wandmalereien im Grab von TanotamunEhrlich überrascht und ein wenig überrumpelt versuchen wir dankend abzulehnen, passt doch ein aufwendiges Essen mit anschließendem Palaver so ganz und gar nicht in unseren Zeitplan; doch gegen arabische Gastfreundschaft ist kein Kraut gewachsen. Im Zickzack führt uns Umar durch die schmalen, staubigen Gassen des bewohnten Teils von el-Kurru. Der Ortsrundgang endet in einen lehmziegelummauerten Innenhof, in welchem Musa - der Verwalter der Nekropole, der offensichtlich eine Abkürzung genommen hat - bereits auf uns wartet. Im Schatten eines Baldachins liegt ein Bastteppich für uns bereit. Ein Plastikkanister mit frischem Wasser wird herumgereicht und eine Schüssel mit Ful sowie ein Tablett voller Fladenbrote und frischem Knoblauchs laden zum Zugreifen ein. Wandmalereien im Grab von Königin QalhataWährend des Essens wird Musa etwas gesprächiger. Wir erfahren so einiges über die Geschichte el-Kurrus und das Leben in der Wüste und müssen dafür über Deutschland und unsere Reise durch den Sudan berichten.
Viel später als gedacht verlassen wir el-Kurru. Für einen Abstecher zu den Pyramiden von Nuri ist es inzwischen zu spät. In aller Gemütlichkeit lassen wir uns statt dessen von Umar zurück in Richtung Karima chauffieren, verweilen unterwegs mehrfach, um ein Stück durch die schattenspendenden Palmenhaine längs des Nilufers zu spazieren und laden unseren wackeren Fahrer zum Abschluss noch zu Tee und Gebäck in eine der vielen kleinen Teestuben Karimas ein. Zu Gast bei Musa - dem Verwalter der NekropoleWieder zurück in der Herberge erwartet uns derweil eine böse Überraschung: Unsere morgens sorgfältig verschlossene Zimmertür steht offen; ein Teil des Reisegepäcks liegt verstreut in der Kammer auf Boden und Betten. Wir sind fassungslos, gab es doch bisher keinen Grund, den Menschen hierzulande zu misstrauen ! Während Thomas den Hoteleigentümer herbeiruft, führe ich eilig eine erste Bestandsaufnahme durch. Nichts scheint zu fehlen - halleluja ! Offensichtlich wollte da nur irgendjemanden wissen, was wir in unseren großen Rucksäcken so durchs Land tragen. Der inzwischen herbeigeeilte Hoteleigener ist beim Anblick des Chaos‘ sichtlich bestürzt. Junge Frauen in el-KurruWieder und wieder beteuernd, dass es so etwas in seinem Hotel noch nie gegeben habe, besteht er darauf, uns das im Voraus gezahlte Übernachtungsentgelt zu erstatten. Zudem werden wir - quasi als doppelte Wiedergutmachung - zum Abendessen eingeladen.

22. April 2007  (So)

Unser dritter Tag in Karima ... Die allmorgendlichen Rufe des Muezzins ersetzen mal wieder ganz prima den Wecker. Eine knappe Stunde nach Sonnenaufgang herrscht in den Marktstraßen der Stadt rege Geschäftigkeit. Händler bieten Korn und Gemüse feil; Zu Gast beim Besitzer des "Al Nassr Hotel"ein Karren mit ofenfrischen, verlockend duftenden Fladenbroten quietscht durch die Gassen; ein Hauch von frisch gemahlenen Gewürzen liegt in der Luft. Es ist wahrlich nicht leicht, unbeeindruckt von diesem orientalischen Flair zu bleiben ! Doch die Zeit drängt. Wir haben ein anderes Ziel - und um dies zu erreichen benötigen wir noch einmal Umar und seinen Minibus. Der Sammelplatz der Hafla ähnelt um diese Tageszeit einem Ameisenhaufen. Menschen und Minibusse - alles ist in Bewegung. Wie hoch ist wohl die Wahrscheinlichkeit, dass Umar gerade jetzt hier ist ? Noch während wir über unsere Chancen, den Fahrer zu finden, philosophieren, ertönt nicht weit von uns ein Ruf: "Salām alaikum ashdiqā ! Hello Friends !" Grinsend steht Umar neben uns, erneut ein gutes Geschäft witternd.
Unser Tagesziel zu beschreiben erweist sich diesmal als schwierig. Als Umar schließlich begreift wohin es gehen soll, verfinstert sich sein Gesicht: Die Katarakte - allāhu akbar ! Die sind doch viel zu weit draußen in der Wüste. Umar und sein blauer Hafla Marke "Daewoo Damas"Soweit sei er noch nie gewesen - und außerdem müssten wir durch das Sperrgebiet - wegen des großen Nil-Staudamms, der dort gerade gebaut wird. Dies sei absolut unmöglich ! Doch nach einer alternativen Mitfahrgelegenheit will uns das Schlitzohr auch nicht suchen lassen. Wild gestikulierend kommt er uns hinterdrein und willigt schließlich ein, uns auch heute als Fahrer zur Seite zu stehen - vorausgesetzt wir zahlen neben dem letztens vereinbarten Tagespreis auch noch die zusätzliche benötigte Tankfüllung. Lachend besiegeln wir das Geschäft mit Handschlag. Den Proviant für die Tour besorgen wir uns auf dem benachbarten Basar. Umar, der sich auch gleich als Koch anbietet, übernimmt die Auswahl und das Feilschen um die Waren: Unterwegs zu den Nil-Katarakten ...Jede Menge Gemüse, ein Huhn und einen guten Vorrat an Fladenbroten - alles zusammen für 900 Dinar (knapp 3,70 €) - so billig hätten wir es ohne die Hilfe des Sudanesen niemals bekommen. Gut versorgt geht die Fahrt kurz darauf los, nordostwärts aus Karima heraus, auf eine arg zerfahrene Wüstenpiste. Rechterhand, aber nur selten zu sehen, zieht der Nil träge durch die Einöde. Hin und wieder kommen uns LKW’s entgegen, deren Ladeflächen vollgepfercht mit Menschen sind - Arbeiter vom nahegelegenen Staudamm-Projekt. Nach einer guten halben Stunde Fahrt versperrt ein Schlagbaum die Piste. Hier, meint Umar, beginne das Sperrgebiet. Die Wachposten halten uns offensichtlich für Mitarbeiter einer der am Megabau beteiligten ausländischen Firmen. Wir belassen sie in dem Glauben und dürfen anstandslos passieren. Am Kontrollpunkt vor dem Merowe-DammDie erste Hürde auf unserem Weg ist genommen !
Im Camp vor der Baustelle werden wir erneut kontrolliert - diesmal strenger ! Wieder dürfen wir passieren, müssen uns aber im Hauptquartier bei der Bauleitung melden. Dort läuft uns gleich im Eingangsbereich Horst, ein an der Projektierung des Damms beteiligter deutscher Ingenieur, über den Weg. Ein Glückstreffer, denn unser Landsmann lädt uns nicht nur zu eisgekühlter Kola und Keksen ein, sondern arrangiert auch noch eine kurzfristige Zusammenkunft mit einem Vertreter der unter chinesischer Führung stehenden Bauleitung. Schneller als gedacht halten wir einen Passierschein für das weitläufige Baugelände in der Hand - Festgefahren !!!leider mit der strengen Auflage, nichts zu fotografieren. Selbstredend nutzen wir die Sondergenehmigung für eine kurze Besichtigung der riesigen Baustelle: Vorbei an mächtigen Baumaschinen lenkt der von unserem schnellen Erfolg sichtlich beeindruckte Umar seinen Hafla über einen Damm am Fuß der bereits hoch aufragenden, ungemein langen Staumauer. Dann geht es wieder hinein in die Einsamkeit der Wüste.
Gut eine Stunde sehen wir nichts anderes als Sand. Mehrfach bleibt der Hafla in den flachen Dünen stecken, doch irgendwie bekommen wir ihn immer wieder frei. Dann kommt der Nil erneut in Sicht - und mit ihm ein Bild der Verwüstung. Vor uns liegt ein Dorf - genauer: die Reste eines solchen. Bald werden die Fluten des angestauten Nils alles hier überschwemmen. Die Überreste einer Palm-PflanzungDoch noch zieht der Strom friedlich seine Bahn im Jahrtausende alten Bett. Das dem Dammprojekt im Wege stehende Dorf wurde offensichtlich gewaltsam geräumt. Bulldozer haben die Lehmhütten niedergewalzt und die benachbarte Oase - Grundlage des Lebens inmitten der lebensfeindlichen Wüste - zerstört. Verwilderte Kamele zwischen verkohlten Palmen sind die letzten Zeugen dieses Akts der Gewalt. Die traurigen Ruinen hinter uns lassend, folgen wir dem Flusslauf weiter stromaufwärts. Bald engen Felsen den Strom ein - nichts wirklich Spektakuläres. Eher eine Reihe größerer Steinblöcke, zwischen denen das Wasser dahinströmt. Picknick am NilUnser Ziel, der vierte Nilkatarakt, liegt vor uns. Zugegeben, wir hatten mehr erwartet ... Doch bald wird es diese Stromschnellen nicht mehr geben. Sie werden von den angestauten Wassermassen des Merowe-Damms überflutet. Während Umar beginnt, unser Essen zuzubereiten, erforschen wir die nähere Umgebung des Katarakts. Auch hier haben Bulldozer den ufernahen Oasenstreifen niedergewalzt und kleine Bewässerungsgräben zugeschüttet. Die unbarmherzig vom Himmel brennende Wüstensonne hat dann den Rest erledigt. Der vormals fruchtbare Nilschlamm liegt ausgetrocknet und steinhart. Ein bizarres, fast schon surrealistisch wirkendes Netzwerk weitläufiger Risse und Spalten überzieht den knochenbleichen Boden; beklemmend und faszinierend zugleich. In dieser gottverlassenen Gegend will ich mir einen lang gehegten Wunsch erfüllen: Ein Bad im Nil ! Umar erklärt mich deswegen glattweg für übergeschnappt. Am vierten Nil-KataraktKein vernünftiger Mensch käme hier auf die Idee ins Wasser zu gehen - der Krokodile wegen ! Doch selbige entdecke ich trotz intensiver Suche weder am Ufer noch irgendwo im Wasser - und so riskiere ich den Sprung ins herrlich erfrischende Nass.
Als Umar zum Essen ruft bin ich längst wieder zurück an Land. Unser Fahrer hat die Zwischenzeit bestens genutzt und ein leckeres Beduinenmahl bereitet: Hühnerfleisch, gut gewürzt, mit reichlich Gemüse im Tonkrug gegart, dazu duftendes Fladenbrot - wahrhaft ein Genuss ! Nach Abschluss des Mahls drängt Umar zum baldigen Aufbruch. Verständlich, ist doch der Rückweg weit und die Gefahr, sich im Sand festzufahren, nicht zu vernachlässigen. Verständnislos verfolgt der Sudanese, wie wir die übriggebliebenen Plastiktüten vom Picknickplatz aufsammeln und zurück in den Minibus räumen. Umweltschutz ist hierzulande leider noch immer ein Fremdwort. Die Rückfahrt verläuft schließlich ohne nennenswerte Zwischenfälle. Schiffe auf dem TrockenenDas weitläufige Sperrgebiet hinter uns lassend, erreichen wir mit Sonnenuntergang den Ortsrand von Karima. Wie vereinbart betanken wir den Minibus an der winzigen Tankstelle kurz hinter der Stadtgrenze und laden Umar für den Rest des Abends zu Tee und Ful in eine der kleinen Garküchen der Sharia El Shamalia ein. Ein weiterer ereignisreicher Tag im nördlichen Sudan neigt sich seinem Ende entgegen ...

23. April 2007  (Mo)

Vierter und wohl auch letzter Tag in der Wüstenstadt ... Inzwischen kennen wir uns recht gut in den Straßen und Gassen Karimas aus. Über den Nil ...Ohne Umwege steuern wir den wie üblich morgens sehr belebten Marktplatz an. Jenseits davon befindet sich der Bahnhof der Stadt. Letzterer hat seine Glanzzeit längst hinter sich. Die Gleise liegen verweist; auf einen Zug wartet man hier wohl lange schon vergebens. Hinter diesem Relikt besserer Zeiten fällt die Uferböschung steil hinab zum Nil. Große Dampfschiffe liegen dort auf dem Trockenen und rosten einsam vor sich hin. Ein Trampelpfad führt daran vorbei zu einer provisorischen Anlegestelle - dem Haltepunkt der "Personenfähre" hinüber nach Nuri. Amüsiert und ein wenig skeptisch begutachten wir die Nussschale, die da liegt: Ein hölzernes Ruderboot, kaum größer als einer der Vergnügungskähne, die man stundenweise an heimatlichen Stauseen mieten kann. Nur gilt es hier einen wirklich breiten, nicht ganz ungefährlichen Fluss zu queren. Eine Sandbank im NilAlternativen gibt es nicht, und so gesellen wir uns den bereits wartenden Passagieren zu, geduldig ausharrend, bis auch der letzte unbequeme Platz im Boot belegt ist. 300 Dinar kostet die knapp 15-minütige recht abenteuerliche Überfahrt. Obwohl sich die beiden Ruderer kräftig ins Zeug legen, wird das Boot von der starken Strömung ein gutes Stück mitgerissen. Routiniert bringen die Fährleute den Kahn jedoch schnell wieder auf Kurs. Nichtsdestotrotz endet die Fahrt deutlich eher als erwartet und gut 500 Meter vom jenseitigen Ufer entfernt - zum Glück jedoch nicht (wie anfangs durchaus zu befürchten war) kieloben im Wasser, sondern auf einer mehrere hundert Meter breiten Sandbank mitten im Strom. Die Nil-Oase bei NuriDer Nil führt derzeit Niedrigwasser und ein Gutteil der Ostseite des Flussbetts liegt trocken. An ein Weiterkommen im Boot ist hier nicht mehr zu denken ...
Der Fußmarsch durch den lockeren Schwemmsand ist schweißtreibend, der anschließende Weg durch die uferseitige Palmoase dagegen recht angenehm. Die Oase gehört bereits zu Nuri. Zwischen winzigen bewässerte Feldern und vereinzelt stehenden Lehmhütten führt eine schmale staubige Piste ostwärts Richtung Wüste. Obwohl unser Ziel, die Pyramiden von Nuri, ein ganzes Stück jenseits des schattigen Palmenstreifens liegt, Hinweistafel am Eingang zur Nekropole von Nuriverzichten wir erst einmal auf die sich uns anbietenden Motorrikschas und gehen die Strecke per pedes an.
Eine gute Stunde müssen wir laufen ehe die Baracke der "Archaeological Security Police" am Eingang des archäologischen Gebiets in Sicht kommt. Die unter einem vor der Baracke aufgespannten Baldachin dösenden Wachmänner sind unseres plötzlichen Erscheinens wegen sichtlich überrascht, verirrt sich hierher doch höchst selten ein Besucher - und wenn, dann bestimmt nicht unangemeldet oder gar zu Fuß ! Wenig begeistert über die lästige Störung der mittäglichen Ruhe versucht man uns erst einmal abzuwimmeln: Es wäre gerade kein Führer da und außerdem sei es doch eh viel zu heiß für einen ausgedehnten Gang durch die Wüste ! Zumindest mit Letzterem haben die Wächter nicht ganz unrecht, steht doch die Sonne bereits wieder hoch im Zenit. Aber halt, so leicht lassen wir uns nicht abweisen ! Die Pyramiden von NuriKurz entschlossen drücken wir einem der Männer das Eintrittsgeld - die beiden obligatorischen 10-US-Dollarnoten - in die Hand und gehen, die verblüfften Rufe hinter uns ignorierend, weiter, bis sich schließlich doch noch zwei der Herren unter dem Gelächter ihrer Kollegen widerwillig von ihrem schattigen Plätzchen erheben, um uns zu den in der Ferne bereits gut sichtbaren Pyramiden zu folgen ...
Wie schon in Meroe stehen auch hier in Nuri die spitz aufragenden Grabmale dicht an dicht, wirken jedoch mehrheitlich deutlich morbider als ihre Nil-aufwärts gelegenen Gegenstücke. Unglaubliche zweieinhalb Jahrtausende hatten Wind und Wüstensand in diesem abgelegenen Winkel der Welt Zeit, Vor den Pyramiden von Nuridie steinernen Wände der einstmals wahrscheinlich reich verzierten Bauwerke abzuschleifen oder gar ganz zum Einsturz zu bringen. Manche der Pyramiden sind kaum noch als solche zu erkennen, andere haben bizarre asymmetrische Formen angenommen. Nirgendwo zeigen sich Spuren von Restauration oder aktiver Erhaltung. Nichtsdestotrotz (oder vielleicht auch gerade deswegen) - der Anblick der antiken Monumente ist atemberaubend. Unsere unfreiwilligen Begleiter haben uns inzwischen eingeholt und bemühen sich nun zumindest kurzzeitig, uns einige Fakten zu den zahlreichen Gräbern zu vermitteln: Blick von der Spitze einer PyramideSo erfahren wir, dass die erste Pyramide in Nuri vermutlich bereits im 6. Jahrhundert vor Christi Geburt von Pharao Taharqa erbaut wurde und dass die gesamte Nekropole einstmals aus über 80 gestuften Pyramiden bestand. Doch bald lässt der Eifer unserer Führer wieder nach und das Eiltempo, in dem sie uns durch das Pyramidenfeld zu lotsen versuchen, offenbart, dass sie möglichst schnell wieder zurück auf ihre Sitzkissen unter dem Baldachin wollen. Derart getrieben macht der Rundgang wenig Spaß, und Thomas, dem die Sonnenglut weit heftiger zusetzt als mir, verliert bald die Lust durch den heißen lockeren Wüstensand zu stapfen. Auffallend schnell erklärt sich einer der Wächter bereit, Thomas zurück zur Baracke am Eingang zu geleiten. Genervt vom bisher eher enttäuschenden Verlauf des Rundgangs schicke ich den zweiten Wachmann ohne lang zu überlegen hinterher !
Allein zwischen den Pyramiden verfliegt mein Ärger so schnell wie er gekommen ist. Sanddünen vor den Pyramiden von NuriOhne Hast beginne ich den Rundgang noch einmal von vorn; nehme mir diesmal viel Zeit für Detailbetrachtungen und einzelne Fotos, besteige einige der besser erhaltenen Gräber und vergesse dabei bald komplett die Zeit. Laute Rufe holen mich schließlich - Stunden später ! - in die Wirklichkeit zurück. Ein Suchtrupp nähert sich aus Richtung des Eingangs. Die Männer sind sichtlich erleichtert, mich unversehrt auf einer der Pyramiden sitzen zu sehen. Geduldig lasse ich alle wohlgemeinten Mahnungen und Hinweise auf die Gefahren eines zu langen Aufenthalts in der gleißend heißen Wüstensonne über mich ergehen - zumal sie mit einem Schulterklopfen und sogar mit einer Spur von Anerkennung gegeben werden. Die Pyramiden von Nuri(Wie ich später erfahre, hatten die Hüter der Anlage Wetten darauf abgeschlossen, wie lange ich es wohl in der Hitze aushalten würde.) Dankend nehme ich ein paar Schlucke aus der vorsorglich mitgebrachten Wasserflasche und folge - zufrieden, mit allem was ich gesehen habe - den Wachleuten zurück zum Eingang.
Im Schatten des vor der Wachbaracke aufgespannten Baldachins treffe ich Thomas wieder, der sich bei Tee und Gebäck angeregt mit einigen der Wächter unterhält. Auch mir wird sofort ein Sitzkissen zurechtgerückt und ein Glas zuckersüßer Minztee angeboten. O-ha, man kennt also auch hier die arabische Gastfreundschaft ! Nach einem zweiten und dritten Glas setzen wir das erste Mal an, uns höflich zu verabschieden und bekommen prompt ein viertes eingeschenkt. Blick über die Pyramiden von NuriDer zweite Aufbruchsversuch endet ähnlich ! Da verstehe einer die Leute hier: Zuerst sind sie barsch und wollen uns am liebsten gleich wieder fortschicken und nun wollen sie uns plötzlich gar nicht wieder gehen lassen ! Ein Hupsignal vor der Baracke bringt bald darauf Aufschluss: Damit wir ja nicht wieder zu Fuß durch die Wüste marschieren hat man für uns heimlich eine Rikscha bestellt ! Sehr aufmerksam ! Dankend verabschieden wir uns am späten Nachmittag von den letztlich doch recht netten Bewachern der Nekropole von Nuri und lassen uns zurück zum Nil chauffieren.
Auf drei Rädern und mit lautstark knatterndem Motor ist die Strecke bis zum großen Fluss schnell zurückgelegt. Der Fahrer bringt uns zu einer uns unbekannten, etwas stromabwärts gelegenen Uferstelle, Mit der Rikscha zurück zum Nilvon welcher es - wie er behauptet - eine bessere Fähreverbindung Richtung Karima geben soll. Ein Boot ist vorerst nirgends zu sehen, was uns ein wenig skeptisch macht. Dafür ist die Landschaft hier geradezu spektakulär schöne. Mehr noch als flussaufwärts nehmen weitläufige Sanddünen einen Gutteil des derzeit ausgetrockneten Flussbetts ein. Dahinter zieht der trotz Niedrigwasser noch immer sehr breite Vater aller Flüsse trügerisch ruhig seine Bahn. Am jenseitigen Ufer ragen schließlich hinter einem schmalen Palmenstreifen der Dschebel Barkal und weitere bizarre Plateaufelsen auf.
In der Palmenoase von NuriEin leises Brummen lenkt unsere Aufmerksamkeit bald auf ein winziges braunes Pünktchen inmitten des breiten Stromes. Das sich uns nähernde Fährboot sieht keinesfalls größer oder vertrauenerweckender als der flussaufwärts verkehrende Kahn aus, doch das nun langsam lauter werdende surrende Geräusch verrät, dass es immerhin einen Motor besitzt. Von wo auch immer - noch ehe die Fähre unser Ufer erreicht hat, tauchen weitere Passagiere neben uns auf, darunter auch ein alter Mann mit zwei Ziegen ! Die Tiere scheinen nicht zum ersten Mal die schwankenden Planken eines Bootes zu betreten; seelenruhig lassen sie sich in die Fähre ziehen und halten auch während der Überfahrt bemerkenswert still. Nachdem jeder Fahrgast seine 300 Dinar für die Passage entrichtet hat, legt der Fährmann ab, und erfreulich sicher und schnell erreichen wir das gegenüberliegende Ufer etwas östlich des Heiligen Berges. Für den Weg zurück ins Zentrum der Wüstenstadt Karima leisten wir uns eine weitere Motorrikscha. Sanddünen vor dem Nil bei NuriAm zentralen Halteplatz der Busse und Haflas erkundigen wir uns schließlich nach einer Verbindung Richtung Port Sudan und werden gleichsam überrascht und enttäuscht. Überrascht, weil es tatsächlich eine Direktverbindung von Karima in die ferne Küstenstadt am Roten Meer gibt; enttäuscht, weil gerade morgen kein Bus nach Port Sudan abgeht. Alternativ zu einer unplanmäßigen Verlängerung unseres Aufenthalts in Karima könnten wir etappenweise vorgehen und erst einmal zurück nach Atbara fahren, doch der Gedanke an unsere lausige Unterkunft in dieser Stadt lässt uns von einer solchen Möglichkeit schnell wieder Abstand nehmen. Statt dessen reservieren wir zwei Tickets für den nächstmöglichen Direktsbus nach Port Sudan und beglücken für den Rest des Abends den Wirt der Garküche unseres Vertrauens in der Sharia El Shamalia mit einem langen Besuch in seinem Lokal ...

Eine verfene Moschee in der Niloase von Karima24. April 2007  (Di)

Anstatt beengt und schwitzend in einem Bus Richtung Küste zu sitzen, stecken wir also noch einen weiteren Tag in Karima fest. Ist dies nun ein gewonnener oder ein verlorener Tag ? Die antiken Stätten im Umfeld des Heiligen Berges haben wir e gesehen; unser Bedarf an Pyramiden und Grabanlagen ist vorerst gedeckt. Andere nennenswerte Sehenswürdigkeiten in erreichbarer Entfernung scheint es nicht zu geben. Thomas sieht - ganz im Gegensatz zu mir - die logistisch bedingte Verlängerung unseres Aufenthaltes in der Wüstenstadt ausgesprochen gelassen und beschließt, heute einen Ruhetag einzulegen, ein wenig durch die Märkte Karimas zu schlendern und ansonsten viel Zeit unter den schattigen Markisen diverser Garküchen und Teestuben zu verbringen. Eine Ansiedlung am Rande des OasenstreifensIch schließe mich zumindest für ein Weilchen an, verliere dann aber doch die Ruhe und breche, noch bevor die tägliche Mittagshitze mich zu träge dazu macht, zu einem längeren Spaziergang durch die südöstlich der Stadt gelegene Niloase auf ...
Ein zwischen dem Zentrum Karimas und der Anlegestelle der Fähre nach Merowe pendelnder Hafla bringt mich zu meinem gut 10 Kilometer südlich der Stadt gelegenen Ausgangspunkt der Tour - Fahrpreis 100 Dinar (ca. 0,40 €). Eine alte, verfene Moschee unweit der Piste Richtung el-Kurru soll mein erstes Ziel werden. Selbige war mir bereits während unserer inzwischen drei Tage zurückliegenden Exkursion zur dortigen Nekropole wegen ihres ungewöhnlichen Baustils aufgefen: Anstatt des sonst üblichen schlanken, hoch aufragenden Minaretts weißt hier ein eher plumper, flaschenförmiger Gebetsturm gen Himmel. Dattelpalmen und einsam vor sich hinbröckelnde Arkaden umgeben das betagte Gotteshaus. Junge Ziegenhirten auf ihrem Esel ...Mit einigen Kletterkünsten und viel Vertrauen in die ruinöse Wendeltreppe im Inneren des Turmes gelange ich auf eine arg baufällige, dafür aber einen wunderschönen Rundblick gewährende Balustrade. Das Panorama reicht über ein den Nilverlauf säumendes Meer aus Palmen und einige kleinere Ansiedlungen am Rande des Oasenstreifens bis weit hinein in die Wüste.
Zurück auf sicherem Boden folge ich der sandigen, den äußeren Rand der Oase markierenden Piste nordwärts, vorbei an verlassenen, halb verfende Lehmhütten und winzigen ausgedörrten Ackerflächen. Von einem kleinen Jungen, der Ziegen hütet abgesehen, ist die Gegend anfangs menschenleer. ... und die Tiere, die sie behütenNach einer guten halben Stunde Fußmarsch erreiche ich die ersten Vororte von Karima. Die Szenerie belebt sich deutlich: Frauen beackern Gemüsebeete im Schatten hoch aufragender Palmen, Männer bessern Bewässerungsgräben aus, Kinder beladen Eselskarren mit Lehmziegeln, ein alter Mann treibt eine kleine Herde Kamele zur Tränke an den Nil. Natürlich fe ich als Fremder sofort auf. e paar Meter werde ich angesprochen und mehrfach auch zum Tee eingeladen. Die Gastfreundschaft gebietet, die vielen Fragen nach dem Woher und Wohin geduldig zu beantworten, auch wenn das mehr Zeit kostet als mir lieb ist. Entsprechend froh bin ich, schließlich das Ende der Siedlung zu erreichen und der Straße, die nun direkt auf den weithin sichtbaren Dschebel Barkal zuführt, in die Einsamkeit der Wüste folgen zu können.
Im Licht der inzwischen schon recht tief stehenden Abendsonne erreiche ich die Pyramiden am Fuße des Heiligen Berges. Ohne lang zu überlegen beschließe ich den Felsen ein letztes Mal zu umrunden und folge dafür einem kleinen Pfad durch die Sanddünen südlich des Berges. Der auffrischende Abendwind weht mir einen widerlichen, immer stärker werdenden Geruch nach Aas und Verwesung entgegen, der mich im gleichen Maße abstößt wie er meine Neugier weckt. Ein paar Hundert Schritte weiter entdecke ich den Kadaver einer Ziege. Die Wüstensonne hat das tote Tier ausgetrocknet und mumifiziert. Wenige Meter dahinter liegt noch eine Ziege, daneben ein Schaf und noch etwas weiter sogar ein Kamel. Immer mehr Tierleichen kommen in mein Blickfeld. Die sandige Ebene vor dem Dschebel sieht aus wie ein Schlachtfeld ! Verdurstet können diese Tiere kaum sein - dafür ist der Nil viel zu nah. Es sieht eher so aus als wurden sie absichtlich getötet und in der Wüste liegen gelassen - aber wozu ? Vielleicht Ritualschlachtungen ? Sollten die sonst so glaubenstreuen Muslime des Nordsudans hier heimlich noch ihren alten Göttern opfern ? Unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich. Da weit und breit niemand zu sehen ist, den ich befragen könnte, laufe ich weiter, lasse den grässlichen Totenacker hinter mir, passiere die Reste des antiken Amun-Tempels östlich des Barkals und erreiche ohne weitere Überraschungen schließlich Karima.
Im "Al Nassr Hotel" treffe ich Thomas, der unsere Habseligkeiten bereits für die morgige Abreise vorbereitet hat. Selbstverständlich verbringen wir unseren letzten Abend in Karima in der Sharia El Shamalia - auch wenn wir von Ful (in welcher Variation auch immer) und süßem Tee die Nase inzwischen ziemlich voll haben. Meine an den Wirt der Garküche und einige andere Gäste gerichteten Fragen nach dem absonderlichen Schlachtfeld am Dschebel Barkal werden nur mit Erstaunen oder Schulterzucken beantwortet und führen bald dazu, dass wir ziemlich allein an unserem Tisch sitzen. Deutlich zeitiger als sonst ziehen wir uns in unser Quartier zur Nachtruhe zurück - der kommende Tag wird mit Sicherheit lang und anstrengend ...

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Bericht: Heiko Otto
April 2007       

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