Nordkorea / China 2012


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 ... Im Reich des Kim Il-sung ...
(Marko Linke, Thomas Petzold und Heiko Otto)

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Nie zuvor bin ich im Zusammenhang mit einer Reise so oft von Freunden und Bekannten angesprochen (und in den meisten Fällen für total durchgeknallt erklärt) worden, wie vor und nach meiner Tour nach Nordkorea. Kaum einer konnte verstehen, was ich ausgerechnet in diesem, im Westen so verrufenem Teil der Erde wollte. Manche hielten es für vollkommen unmöglich, überhaupt nach Nordkorea hineinzukommen, andere glaubten mich nach erfolgreicher Einreise für lange Zeit nicht wiederzusehen. Nichtsdestotrotz fiel es mir nicht allzu schwer, mit Marko Linke und Thomas Petzold zwei interessierte und fernreiseerfahrene Begleiter für dieses außergewöhnliche Abenteuer zu finden ...Mansudae-Monument in Pjöngjang

Die mir wieder und wieder gestellte Frage, warum es diesmal ausgerechnet Nordkorea sein sollte, war relativ leicht zu beantworten: Ich wollte endlich wissen, wie es im "Reich des Bösen" wirklich zugeht, wollte mit eigenen Augen sehen, was an all den Horrorgeschichten dran ist, die man in schöner Regelmäßigkeit in unseren westlich geprägten Medien über Nordkorea zu hören bekommt, wollte das Land kennenlernen, solange es noch in dieser Form existiert und wollte - wenn ich ganz ehrlich zu mir selbst bin - mehr als 20 Jahre nach dem Zusammenbruch der sozialistischen Staaten Osteuropas noch einmal eine kleine Brise Ostalgie schnuppern. Auf jeden Fall wollte ich die Sache möglichst unvoreingenommen angehen - was mir im Nachhinein gesehen, wirklich schwer fiel und wohl auch nicht immer ganz gelangen ...

Die stets darauf folgende Frage, wie ich eigentlich in dieses so streng abgeschottete Land hinein kommen wollte, bereitete mir weit mehr Kopfzerbrechen. Doch um es gleich vornweg zu nehmen: Mansudae-Monument in PjöngjangSowohl die Ein- als auch die Ausreise aus der Koreanischen Demokratischen Volksrepublik - so der offizielle Name Nordkoreas - waren weit unkomplizierter als ich im Vorfeld der Reise angenommen hatte. Im Land selber konnten wir uns jedoch keinen noch so kleinen Schritt ohne unsere von staatlicher Seite gestellten Begleiter bewegen. Selbige waren zwar redlich bemüht, uns die schönen Seiten des Landes näher zu bringen, hielten uns aber auch nachdrücklich davon ab, den weniger schönen zu nah zu kommen und wachten geradezu argwöhnisch darüber, dass wir ja keine nicht-offiziellen Kontakt zur einfachen Bevölkerung knüpfen konnten.

Die Vorbereitungen für die Tour begannen im Frühjahr 2012. In einer Zeitung hatte ich einen Artikel über die Arirang-Spiele in Pjöngjang - der Hauptstadt Nordkoreas - gelesen. Fasziniert von der Beschreibung dieses Großereignisses und schwer beeindruckt von den zugehörigen Bildern wuchs in mir schnell der Wunsch, dieses Spektakel einmal "live" zu erleben und so ganz nebenbei Land und Leute kennenzulernen. Denn, so sagte ich mir, wenn es die Autoren dieses Zeitungsartikels geschafft hatten, ins Reich des Kim Il-sung zu gelangen, warum sollte ich es dann nicht ebenso schaffen ?
Pjöngjang - Panorama
Die Suche nach halbwegs zuverlässigen und aktuellen Informationen über Nordkorea war erwartungsgemäß mühsam und nicht wirklich ergiebig. Immerhin gab es im Buchhandel eine Art Reiseführer: das "Nordkorea-Handbuch" von Arno Maierbrugger mit Stand von 2007 - einwenig eingestaubt, aber besser als nichts. Über das Internet konnte ich zudem einen Kontakt zu Manfred Schneider - einem Insider in Sachen Nordkorea mit den notwendigen Verbindungen zu den dortigen Behörden - herstellen. Durch ihn erfuhr ich auch von anderen Interessenten an einem solchen Abenteuer und der Möglichkeit, sich zumindest für einen Teil der Reise einer kleinen Gruppe anzuschlie├čen. Inzwischen hatte mein alter Freund und Reisegefährte Marko von meinem Treiben Wind bekommen und auch Thomas, mein vormaliger Partner bei einer ähnlichen Unternehmung im Sudan meldete Interesse an. Gemeinsam machten wir uns an die weitere Planung der Reise.

Fortsetzung folgt ...

Bericht: Heiko Otto
Oktober 2012    


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